„Im lokalen Einzelhandel können wir unsere Kunden viel besser begeistern.“

Joachim Grube-Nagel

Geschäftsführer bei Detlev Louis Motorrad-Vertriebsgesellschaft mbH

Interviewbild Joachim Grube-Nagel

Joachim Grube-Nagel ist seit 2010 Geschäftsführer bei Detlev Louis Motorrad-Vertriebsgesellschaft mbH und engagierter Einzel- und Versandhändler.

Was sind für Sie aktuell die wichtigsten Herausforderungen mit Blick auf den Trend zu Seamless Shopping über mehrere Kanäle hinweg?

Eine große Herausforderung ist es Schritt zu halten mit der schnellen technologischen Entwicklung der Software sowie der Endgeräteauswahl bei unseren Kunden. Das ist sehr aufwendig und kostenintensiv. Weiterhin muss man Trends im Einkaufsverhalten erkennen, deuten und für das eigene Unternehmen weiterentwickeln.

Welchen Weg gehen Sie, um diesen kostenintensiven technologischen Entwicklungen zu folgen? Bzw. wie transferieren Sie ganz konkret die Trends im Einkaufsverhalten auf Ihr Geschäftsmodell?

Als Beispiel ist der Mobile-Shop zu nennen, den wir seit mehr als zwei Jahren haben und der heute für ein modernes Unternehmen selbstverständlich ist.

Was macht das Geschäft und den Kunden rund um das Thema Motorrad so besonders?

Ein sehr emotionales Geschäft für Hobby und Freizeit. Das Wetter ist ein wichtiger Begleiter für unser Geschäft und saisonale Schwankungen sind hoch. Es gibt zahlreiche Hersteller und Anbieter unterschiedlichster Größenordnung. Der zumeist männliche Kunde möchte beraten und betreut werden.

Wie stellen Sie eine nahtlose Betreuung Ihrer Kunden sicher? Und welche Möglichkeiten haben Sie den Kunden zu begeistern?

In unseren Ladengeschäften ist die Begeisterungsfähigkeit für unsere Kunden eher gegeben. Es gibt ansprechende Verkaufsräume, kompetentes- und motiviertes Verkaufsteam etc.

Wie schaffen Sie es das Erlebnis „Motorrad & Freizeit“ aus den stationären Shops in die online Welt zu transportieren?

Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Kanäle Filiale und Versand immer schon parallel gelaufen – kein Profit-Center-Denken sondern kanalübergreifendes Denken und Handeln. Nutzung von Onlineshop-Möglichkeiten auch aktiv im Filialleben einbinden, wie bspw. die Bike-Datenbank. Eine weitere Maßnahme ist die Abstimmung für eine gute Widererkennbarkeit der digitalen Werbung und Printwerbung über alle Kanäle hinweg.

Was ist ihre Vision einer perfekten Strategie, um den Kunden über die Kanäle hinweg zu gewinnen?

Immer dort sein, wo der Kunde ist und sich für unser gemeinsames Hobby interessieren. Insbesondere aber um uns als Einkaufsquelle attraktiv zu halten.

Welche zentralen Veränderungen sehen Sie für das Shopping-Verhalten der Kunden in einigen Jahren bzw. was kommt nach der Verknüpfung der Kanäle?

Hier würde ich gerne einen Blick in die Glaskugel werfen können, können wir leider nicht. Wir erleben vielfach, dass der Kunde von seinem Händler erwartet, auf allen Kanälen präsent und sehr gut aufgestellt sein soll. 24-Hour-Shopping – egal wo, egal wann. Das Einkaufen im klassischen stationären Einzelhandel wird für unseren Bereich, so meine ich, wichtig bleiben. Sich inspirieren lassen, durch die Angebote streifen und „durch die Artikel meines Hobbys bummeln“ ist einfach schön. Internet gegenwärtig und sicherlich auch in näherer Zukunft für Zielkäufe ideal: schnelles Einkaufen, günstiger Preis, schnelle Lieferung.

Vielen Dank für das Interview.

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