„In Zukunft werden sich die Konsumenten untereinander und mit den Verkäufern vernetzen.“

Christian Grau

Inhaber und CEO der Sport-Tiedje Gruppe

Interviewbild Christian Grau

40 Jahre, Inhaber und CEO der als „Europas Nr.1 für Heimfitness“ positionierten Sport-Tiedje Gruppe (43 stationäre Fachmärkte in 7 Ländern, 24 Onlineshops in 12 euop. Sprachen), seit 20 Jahren im Fitnessgerätehandel tätig.

Multichannel, Omnichannel, No-Channel… Viele Begriffe beschreiben die Verknüpfung der Kanäle und verfolgen dabei unterschiedliche Philosophien. Wie definieren Sie die Verknüpfung der Kanäle und welche Ziele verfolgen Sie dahingehend mit Sport-Tiedje?

Wir verfolgen klar den ganzheitlichen Ansatz, bei dem der Kunde im Mittelpunkt steht und in dem ein (eigenentwickeltes) System zentral die Daten managed und Angebote, Preise und Dienstleistungen unabhängig vom jeweils genutzten Kanal einheitlich sind. Unabhängig von dem vom Kunden präferierten Kanal bieten wir ihm so die für ihn optimale Leistung.

Sport-Tiedje expandiert in Europa. Welcher Markt in Europa ist hinsichtlich der Verknüpfung der Kanäle aus Ihrer Sicht besonders fortschrittlich und welche besonders zurückhaltend?

Der UK-Markt ist führend (Stichworte: click@collect, mobile commerce), gefolgt von den Skandinavischen Ländern. Die deutschsprachigen Länder sind traditionell zurückhaltender.

Wenn Ressourcen keine Rolle spielten, wie sähe der perfekte POS hinsichtlich Digitalisierung aus Ihrer Sicht aus?

Der perfekte POS verfügt über einen überdimensionales Terminal mit Touchscreen, einem integrierten „Produktfinder“ mit spezifischer Filterlogik und Produktvergleichsfunktion sowie einem virtuellen Trainingsraumplaner. Digitale Preisschilder bieten am Produkt zudem die Möglichkeit, Produktbewertungen abzurufen und Produktvideos sowie vertiefende Informationen einzusehen.

Beratung spielt im Bereich Heimfitness eine wichtige Rolle. Sehen Sie mit zukünftigen Technologien, wie bspw. Virtual Reality, die Möglichkeit den stationären Kanal hinsichtlich Beratung zu ersetzen?

Der stationäre Kanal bietet nicht nur die Beratung von Angesicht zu Angesicht sondern insbesondere die Möglichkeit, vor Ort Geräte zu testen und auszuprobieren. VR kann beispielsweise nicht das Laufgefühl auf einem Laufband oder die Bewegung auf einem Crosstrainer 1:1 dem Kunden vermitteln. Das Look & Feel eines Filialbesuchs vor Ort ist dem Konsumenten sehr wichtig, daher bauen wir unser Filialnetz konsequent weiter aus.

Welche zentralen Veränderungen sehen Sie für das Shopping-Verhalten der Kunden in einigen Jahren bzw. was kommt nach der Verknüpfung der Kanäle?

Im nächsten Schritt werden sich die Konsumenten untereinander und mit den Verkäufern vernetzen (Communities, Coaching, etc.).

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